Nicht die Schönheit, Gewandtheit, Stärke oder Originalität des Barbets begeistert die Menschen, sondern seine ganz eigene Klasse. Die Klasse jener engelsgleichen Tiere, die einen zum Weinen bringen können ...

Eugène Mouton alias Mérinos 1895*

 

Diesem Zitat können wir nur zustimmen. Nachdem uns unsere Ulla verlassen hat, suchten wir nach einer Rasse welche unser Leben künftig begleiten und unser Rudel wieder komplettieren sollte. Wir suchten nach einem robusten, gesunden Arbeitshund welcher wenig bekannt sein sollte. Zudem sollte dieser Hund einer Vielzahl von Ansprüchen genügen. Nervenstark sollte er sein, zugewandt aber nicht aufdringlich, arbeitsfreudig aber nicht überdreht, triebstark und lernwillig.

Viele interessante Rassen lernten wir hierbei kennen. Doch keine blieb uns am Ende so im Gedächtnis wie der Barbet. War er doch eigentlich so gar nicht der Hund den wir suchten. „So viel Fell“, dachte ich bei mir. Die regelmäßige Pflege ist nämlich unerlässlich wenn man den Barbet rassetypisch halten möchte. Wer den Barbet jedoch im regelmäßigen Jagdgebrauch hat, wird seinen Barbet eher mit Kurzhaar Variante halten und regelmäßig scheren bzw zum Hundefriseur gehen. 

Der Barbet gehört zu den Gebrauchshunden der FCI-Gruppe 8 "Apportier-/Stöber-/Wasserhunde". Er wird auch heute noch sowohl bei der Jagd auf Wasservögel, als auch in anderen Bereichen der Jagd eingesetzt. Er stöbert mit großer Leidenschaft und apportiert mit Freude und Ausdauer. Er hat seine ursprüngliche Passion das Stöbern bis heute nicht verloren. Auch die Anlage des Vorstehens ist bei einigen Barbets noch erhalten, gehörte der Barbet doch bis in die 70er Jahre der FCI Gruppe 7 – Vorstehhunden an. Einst wurde er im Mittelalter von den Bauern als Hütehund eingesetzt, aber auch als Wächter für Haus und Hof. Ebenso unterstützte er das gemeine Volk bei der Jagd. Diese Eigenschaften machten den Barbet sehr wertvoll für die Menschen von damals. War doch zu dieser Zeit der Besitz bestimmter Hunderassen ein Privileg höherer Gesellschaftsschichten und dem einfachem Volk untersagt. Als Wachhund würden wir den Barbet von heute nicht mehr bezeichnen, doch seine jagdlichen Fähigkeiten sind auch heute noch erhalten. Schon in Aufzeichnungen aus dem Mittelalter wurden die Fähigkeiten des Barbets rühmend erwähnt. Leider ist die Zahl derer, die jagdlich geführt werden heute eher gering.

Der Barbet zählt heute noch eher zu den unbekannten Rassen. Es ist ein Hund von mittlerer Größe mit dichtem wellig bis lockigem Fell, was dem Wasserhund zugrunde liegt. Der Barbet ist ein freundlicher, zugewandter Zeitgenosse der nicht dazu neigt im Haus unruhig zu sein. In der Beschäftigung mit dem Barbet, zeigt er jedoch seinen fast unermüdlichen Arbeitseifer und sein "will to please". Seine starke Bindung zu seinem Herren erleichtert diesem die Ausbildung erheblich. Da der Barbet sehr eng mit seinem Menschen verbunden ist, möchte er natürlich am liebsten ständig bei ihm sein und mit ihm arbeiten. Seine sensible, ausgegliche, freundliche und vielseitige Art sowie das an allem interessierte Wesen macht es ihm leicht den unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht zu werden. Der Barbet ist leicht zu erziehen, aber dennoch ein Hund, der geführt werden muss. Wir warnen davor, dem Hund keine sinnvolle Beschäftigung zu bieten. Denn der Barbet ist schlau und würde seinen Anlagen entsprechend eine Beschäftigung finden. Eine sinnvolle Beschäftigung, wenn er denn nicht jagdlich geführt werden soll, sind zum Beispiel Wasserarbeit, Dummytraining, Fährtenarbeit, Suchspiele etc. Viele Barbets arbeiten als Mantrailer, Therapiehund oder ähnliches. Auch im Agility und anderen Hundesportarten haben Barbets gute Leistungen gezeigt. Wie schon gesagt, der Barbet ist äußerst vielseitig.  Unsere Thilda begleitet meinen Lebensgefährten in die Hundestunden und mich gelegentlich für bestimmte Projekte in den Kindergarten. Ebenso wird sie ihren Anlagen entsprechend gefördert, was meint, dass Thilda regelmäßig im Apport von verschiedenem Federwild, Schweißarbeit oder per Dummyarbeit trainiert wird.

Der Barbet hat für uns einen unbestechlichen Charme, welchen man schwer beschreiben kann, man muss ihn erleben.

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